Neue Galerie Gladbeck
Neue Galerie Gladbeck

Martin Kobe

SYNTAX

29. Januar – 01. April 2016


Eröffnung: Freitag, 29. Januar, 19.30 Uhr

Zur Eröffnung sprechen: Ulrich Roland, Bürgermeister der Stadt Gladbeck

Boris Pateisky, Emscher Lippe Energie

Die Einführung hält Magdalena Kröner, Frankfurter Allgemeine Zeitung


Martin Kobe, >>ohne Titel<<, Acryl auf Leinwand, 50x80 cm, 2015 courtesy Martin Kobe, Foto: Adrian Sauer, Leipzig

Martin Kobe, >>ohne Titel<<, Acryl auf Leinwand, 50x80 cm, 2015 courtesy Martin Kobe, Foto: Adrian Sauer, Leipzig

In Martin Kobes Bildarchitekturen werden abstrakte Linien und Flächen zu unmöglichen Räumen. Dabei nutzt der Künstler starke perspektivische Elemente, Fluchtpunkte, energiegeladene Diagonalen, und eine intensive, teils kontrastierende  Farbigkeit, um ein starkes architektonisches Grundgerüst aufzubauen. Dieser teils futuristisch anmutende Perspektivenpluralismus ist bezeichnend für Kobe. Er untersucht seine Bildräume mit chirurgischer Präzision, seziert und färbt einzelne Felder ein, lässt das Gegenständliche wieder verschwinden: Weite Passagen werden mit verwaschener Farbpalette und aufgeweichten Konturen wieder aufgebrochen, Zentralperspektiven in Frage gestellt. Die einzelnen Elemente drohen abzugleiten, das Feste verliert scheinbar an Stabilität und der Fokus des Betrachters verschwimmt. Diese besonderen Effekte der herausstechenden Dynamik veranlassen den Betrachter von Kobes Werken zum Hinterfragen des subjektiven Empfindens stabiler Strukturen.

Kobes Bilder bauen über einen langen Entstehungszeitraum organisch aufeinander auf. In einem Prozess  des ständigen Anfügens und Entfernens entstehen zeitgleich mehrere Bilder, in denen Kobe seine Motive in unterschiedlichen Maßstäben auf verschiedenen, inhaltlich jedoch miteinander verbundenen Leinwänden bearbeitet. Hierbei steht die Perfektion der glatten Oberfläche seiner Werke im krassen Kontrast zu den bewusst im scheinbar unfertigen Zustand erscheinenden Bildpassagen.

Die Ausstellung gibt einen Überblick über das bisherige Schaffen des Künstlers und präsentiert darüber hinaus ganz neue, bisher nicht gezeigte Werke.

Seine neuen Leinwände wirken malerisch sehr präzise und lassen stärker konkrete Architekturen hervortreten, die an die Moderne erinnern. Hier erschafft der Künstler malerische Gebilde und Strukturen, die wie utopische Landschaften der Zukunft wirken und den Betrachter unweigerlich in ihren Bann ziehen.

Martin Kobe wurde 1973 in Dresden geboren. Der Vertreter der sogenannten „Neuen Leipziger Schule“ nimmt im Jahr 1995 sein Studium bei Arno Rink an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig auf. Im Jahre 2000 wird Kobe Meisterschüler bei Arno Rink. 2003 beendete er sein Studium und arbeitet seitdem als freier Künstler in Leipzig. Er erhielt 2004/05 das Karl Schmidt-Rottluff Stipendium. Martin Kobe war sowohl national wie auch international in zahlreichen Ausstellungen vertreten. Im Jahr 2007 haben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit „The Centre Cannot Hold“ eine umfangreiche Einzelausstellung Kobes ausgerichtet. Darüber hinaus  fand im selben Jahr die Einzelausstellung mit dem Namen „Behind True Symmetry“ bei White Cube in London statt. Des Weiteren hat das Domus Artium in Salamanca Kobes Einzelausstellung „Other Monuments“ Anfang 2009 gezeigt. Nach zahlreichen Einzelausstellungen in Galerien in London, Mailand und Berlin hatte er zuletzt 2015 eine Ausstellung bei den Freunden aktueller Kunst Zwickau.

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