Neue Galerie Gladbeck
Neue Galerie Gladbeck

LEIKO IKEMURA

Female Genesis

16. November 2018 – 11. Januar 2019

Eröffnung: Freitag, 16. November 2018, 19.30 Uhr

Zur Eröffnung sprechen

Barbara Krietemeyer, Verein der Freunde und Förderer Neue Galerie Gladbeck

Ulrich Roland, Bürgermeister der Stadt Gladbeck

Zur Ausstellung spricht Magdalena Kröner, freie Journalistin

M-15/16-01: © Leiko Ikemura / VG Bild-Kunst, 2018 / Photo: Jörg von Bruchhausen

Female Genesis. M-15/16-01, 2016. Tempera und Öl auf Jute, 190 x 290 cm (gerahmt): © Leiko Ikemura / VG Bild-Kunst, 2018 / Photo: Jörg von Bruchhausen

Im Zentrum von Leiko Ikemura. Female Genesis steht eine Auswahl von Gemälden,
Papierarbeiten und dreidimensionalen Werken aus dem jüngsten Schaffen der
japanisch-schweizerischen Künstlerin, über die sie ihre vielschichtige
Auseinandersetzung mit dem Landschaftsmotiv und Phänomenen der Formwerdung
fortführt.

In den großformatigen Gemälden, die in den letzten Jahren entstanden sind,
überträgt sich der faszinierende Prozess der Verwandlung der Ikemura eigenen
Kreaturen in ein Gefüge farbiger Bildelemente. In dem Triptychon Female Genesis
(2016) verschmelzen menschlich anmutende Figuren und landschaftliche
Formationen zu hybriden Naturbildern. Der Übergang zwischen Mensch, Tier und
Natur ist fließend greifbar.

M-15/16-02: © Leiko Ikemura / VG Bild-Kunst, 2018 / Photo: Jörg von Bruchhausen

Female Genesis. M-15/16-02, 2016. Tempera und Öl auf Jute, 190 x 290 cm (gerahmt): © Leiko Ikemura / VG Bild-Kunst, 2018 / Photo: Jörg von Bruchhausen

Die Panoramen kosmischer Landschaften führen in einen unendlichen Raum und
sind stets in einem Zustand des Werdens dargestellt. Sie stehen hier im Dialog mit
dem weiten und fensterlosen Ausstellungsraum der Galerie Gladbeck, in den die
Helligkeit durch ein großes Dachfenster strömt.

Das Wesenhafte, das in den Malereien mitschwingt, wird in der Ausstellung durch
neue Keramikarbeiten weitergeführt. In den Werken Treehead (2017) oder Sleeping
Forest (2017) verbindet sich dieses mit der Landschaft: auf den liegenden und
friedlich schlafenden Köpfen wachsen Bäume. In Berglandschaften erscheinen
weibliche Gesichter, wie es in Mountain Face (2017/2018) sichtbar wird.

S-17-22: © Leiko Ikemura / VG Bild-Kunst, 2018 / Photo: Jörg von Bruchhausen; Courtesy Galerie Kewenig Berlin

Sleeping Forest. S-17-22, 2017. Keramik, 24 x 29 x 18 cm: © Leiko Ikemura / VG Bild-Kunst, 2018 / Photo: Jörg von Bruchhausen; Courtesy Galerie Kewenig Berlin

In der Ausstellung präsentiert Ikemura des Weiteren eine Auswahl von
Pastellzeichnungen. Die Serie Tokaido-Scape (2015) führt nach Japan, zu
Aussichtspunkten der Überlandverbindung von Edo nach Kyoto entlang der
japanischen Ostküste. Die Künstlerin taucht in die Welt der Farbholzschnitte von
Utawage Hiroshige (1797-1853) ein. Um 1832 schuf der Künstler seine berühmte
Serie 53 Stationen der Tokaido. Ikemura geht seinem Weg künstlerisch nach und
schafft eine persönliche Art der Interpretation und Aktualisierung des Werkes.

Z-15-016: © Leiko Ikemura / VG Bild-Kunst, 2018 / Photo: Jörg von Bruchhausen; Courtesy Galerie Karsten Greve Köln

Tokaido-Scape. Z-15-016, 2015. Pastell auf Papier, 40 x 30 cm: © Leiko Ikemura / VG Bild-Kunst, 2018 / Photo: Jörg von Bruchhausen; Courtesy Galerie Karsten Greve Köln

Leiko Ikemura lebt und arbeitet in Berlin und Köln. Sie studierte spanische Literatur
an der Fremdsprachen-Universität Ōsaka und wanderte 1972 nach Spanien aus, um
das Studium in Salamanca und Granada zu vertiefen. Die Zeit von 1973 bis 1978
widmete sie dem Studium der Malerei an der Akademie in Sevilla. Nach der
Übersiedlung 1983 in die Schweiz und später nach Deutschland wurde sie 1991 zur
Professorin für Malerei an die Universität der Künste (UDK) in Berlin berufen und war
dort bis 2015 tätig. Leiko Ikemura arbeitet mit einer Vielzahl an Medien wie Malerei,
Skulptur, Zeichnung, aber auch Installation, Fotografie und Literatur. Das National Art
Center in Tokio sowie das Kunstmuseum Basel werden der Künstlerin 2019 eine
Soloschau widmen. In der Vergangenheit wurden ihre Werke weltweit in
renommierten Institutionen wie dem Vangi Sculpture Garden Museum, Mishima; dem
Nevada Museum of Art, Reno; der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe oder dem
Museum für Gegenwartskunst Basel ausgestellt. Zuletzt waren ihre Arbeiten im
Liebermann-Haus, Berlin (2018), Keramikmuseum Hetjens, Düsseldorf (2017), Haus
am Waldsee, Berlin (2016) und im Museum für Ostasiatische Kunst, Köln (2015) zu
sehen. Ihre Arbeiten sind in zahlreichen internationalen Museen wie dem Centre
Georges Pompidou, Paris; den Kunstmuseen Basel, Bern und Zürich sowie dem
National Museum of Modern Art, Tokyo und dem Toyota Municipal Museum of Art,
Toyota, vertreten.

Zur Ausstellung erscheint eine Edition.


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